Wer war Till Eulenspiegel ?

Wer war eigentlich Till Eulenspiegel und was hat er gemacht, damit eine ganze Kleinstadt sein Andenken pflegt? Wir klären auf!

Heilig-Geist-Hospital Mölln; Foto: © Mölln Tourismus
Heilig-Geist-Hospital Mölln; Foto: © Mölln Tourismus

Das Volksbuch vom “Till Eulenspiegel” entstand ca. 1480 – es ist das meist verbreitete Schwankbuch seiner Art.

Es erzählt uns von den derben und gewitzten Späßen des Schalksnarren “Dil Ulenspegel” (niederdeutsch für Till Eulenspiegel), der um 1300 in Kneitlingen bei Braunschweig geboren sein soll und rund 50 Jahre später nach Mölln gekommen ist, wo er nach wenigen Wochen im Heilig-Geist-Hospital (welches in der heutigen Seestraße liegt) vom Tode ereilt wurde. 96 Schwankgeschichten, Historien genannt, ranken sich um den Bauernsohn aus Kneitlingen, dessen Streiche größtenteils darauf hinauslaufen alle Befehle und Wünsche seiner jweiligen Diestherren wörtlich zu nehmen und ihnen auf närrische Weise Schaden zuzufügen. Häufig rächte er sich für ungerechte Behandlung auf verblüffend einfache, doch wirksame Art und Weise.

Der Schriftsteller und Zollschreiber Hermann Bote (*1467 – †1520), Schöpfer der literarischen Figur Till Eulenspiegel, lässt seinen Schalk die menschlichen Schwächen, Fehler und Eitelkeiten seiner Zeitgenossen auf´s Korn nehmen. Aber auch Kritik an maroden Zuständen der spätmittelalterlichen Gesellschaft, besonders dem einengenden Ständesystem, kommt zwischen den Zeilen zum Ausdruck.

Till ergreift für niemanden Partei. Jeder muss sich von ihm den Spiegel der Selbsterkenntnis vorhalten lassen. Er spottet über den selbstgefälligen Bürger, das ewig duldsame und abergläubische Volk, den arroganten, bestechlichen Adel und den verweltlichten Klerus. Er transportiert Wahrheiten über das Lachen, wobei den von seinen Streichen Betroffenen sehr schnell das Lachen vergeht, wenn sie auf drastische Weise auf ihre Verfehlungen hingewiesen werden. Doch wer die Wahrheit sagt, macht sich nicht viele Freunde auf dem Karussell der menschlichen Eitelkeiten. So war es Till bestimmt ein rastloses Leben zu führen, häufig auf der Flucht und immer unterwegs.

Im Pestjahr 1350 endet der Überlieferung nach Tills Weg in Mölln, wo er auf dem Kirchhof begraben liegen soll und wo um 1350 sogar ein Gedenkstein errichtet wurde. Dennoch ist Till, der Mölln zur Eulenspiegelstadt werden ließ, lebendig wie eh und je. Sein hintergründiger Humor macht ihn unsterblich. Die Stadt ehrt ihren prominentesten Bürger noch heute mit gebührendem Respekt. Geht man durch Mölln, begegnet man Till an jeder Ecke. Ein städtischer Bediensteter als lebender Till, hält den Leuten aus Nah und Fern bei Anlässen aller Art mit seinen deftigen Sprüchen den Spiegel vor.

Eine der bekanntesten und berühmtesten Abbildungen des Tills hat der Möllner Bildhauer Karlheinz Goedtke mit dem Eulenspiegel-Brunnen 1950 auf dem Marktplatz geschaffen. Diese schelmische Figur ist an zwei Stellen besonders blank geputzt und das hat seinen Grund: Wer gleichzeitig Daumen und Fußspitze der Figur reibt und sich dabei etwas wünscht, der wird Glück haben. So jedenfalls besagt die Legende.

Alle wichtigen Informationen über Till Eulenspiegel auf einen Blick können Sie sich auch als PDF downloaden. Für weiteres Infomaterial schauen Sie gern während der Öffnungszeiten in der Tourist-Information Mölln vorbei.